Ein extra einberufenes EU-Spitzentreffen sorgt für Unbehagen an den Devisenmärkten. Vor dem geplanten Treffen der Euro-Finanzminister an diesem Montag wurde ein informelles Spitzentreffen angesetzt. Es soll über die aktuelle Entwicklung der Schuldenkrise beraten werden. Teilnehmen werden der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean Claude Trichet, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der Chef der Euro-Finanzminister Jean Claude Juncker, EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und Währungskommissar Olli Rehn.
Anleger kaufen den sicheren Schweizer Franken, weil sich die Risikoaufschläge von italienischen Staatsanleihen spürbar ausweiten. So fallen die Anleihekurse, was im Gegenzug zu steigenden Umlaufrenditen führt. Der Zinskupon für zehnjährige Staatsanleihen aus Italien steigt auf 5,47 Prozent. In der Laufzeit vergleichbare deutsche Bundesanleihen werden verstärkt nachgefragt und rentieren niedriger bei 2,75 Prozent. Damit liegt der Gefahrenzuschlag für das Halten von italienischen Staatsanleihen im Vergleich zu den besonders sicher geltenden deutschen Bundesanleihen bei 2,72 Prozent.
Aus technischer Sicht hat der Euro Franken Wechselkurs noch genügend Platz nach unten. Der Relative Stärke Index (RSI) ist bei 38,35 Punkten und befindet sich damit noch nicht in einer überverkauften Kursentwicklung unterhalb von 30 Zählern. Obwohl zwischen EUR/CHF 1,1800 und 1,1820 eine Widerstandszone das Abwärtspotential begrenzen sollte, erscheint ein neues Rekordtief unausweichlich. Der Abwärtstrend ist dem technischen Widerstand überlegen.