Durch den Rückgang der Devisenreserven wird die Durchsetzung des Mindestkurses glaubwürdiger. Der Eurokurs lässt eine leichte Aufwärtstendenz erkennen und steht um 10:12 Uhr MEZ bei 1,2013 CHF. Während des asiatischen Handels zum Wochenauftakt fiel das Devisenpaar auf EUR/CHF 1,2008 und markierte ein Vier-Wochen-Tief.
Die Wahlausgänge in Frankreich und Griechenland werden negativ von den Finanzmärkten aufgenommnen. Der neue französische Präsident, François Hollande (Sozialisten), will 60.000 Staatsbedienstete einstellen, schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme auf Ebene der 17 Euroländer und eine expansivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).
In Griechenland erlitten die zwei größten Parteien des Landes, Nea Dimokratia und PASOK, herbe Wahlniederlagen und sind auf einen Koalitionspartner angewiesen. Ob eine stabile Regierung gebildet werden kann, ist noch unklar. Neuer Ministerpräsident dürfte der Chef der Nea Dimokratia, Antonis Samaras, werden. Er will sich von der EU ein Konjunkturprogramm spendieren lassen.
Während sich der Eurokurs CHF stabilisiert, rauscht die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar unter die psychologische Marke von 1,30. Dabei erreicht das Devisenpaar mit EUR/USD 1,2954 den tiefsten Stand seit dreieinhalb Monaten. Das Schweizer Börsenbarometer SMI fällt unter 6.000 Zählern. Auch der Dax setzt seien Talfahrt fort und sinkt auf 6.410 Punkte.