Beflügelt wird die Nachfrage nach dem Schweizer Franken von unter den Erwartungen liegenden Wachstumszahlen. Trotz optimaler Bedingungen (tiefer Ölpreis, tiefe Zinsen) erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euroraums im ersten Quartal 2015 lediglich um 0,4 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet.

Eines der Wachstumsschlusslichter ist Österreich, dessen BIP lediglich um 0,1 Prozent gegenüber dem Schlussquartal 2014 zulegte. In Deutschland wurde die Konjunktur von einer schwachen Weltwirtschaft auf 0,3 Prozent eingebremst. Frankreich schaffte zwar ein überdurchschnittliches Wachstum von 0,6 Prozent. Ein großer Teil davon ging allerdings auf einen verstärkten Lageraufbau zurück, weshalb es im laufenden Quartal zu einer Gegenbewegung kommen dürfte.
Auch die Industrie lief zuletzt schwächer als erwartet. Die industrielle Fertigung im Euroraum sank gemäß aktueller Eurostat-Zahlen im März um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.
In Anbetracht enttäuschender, zentraler Konjunkturdaten dürfte es der Euro nun noch schwerer haben gegenüber dem Schweizer Franken Boden gutzumachen. Hinzu kommt die Griechenland-Krise, die sich nach der Vorlage einer katastrophalen Bilanz der Tsipras-Regierung immer weiter zuspitzt.