Warum konnte der Euro gerade in den vergangenen zwei Wochen von 1,0895 auf 1,1165 Franken (+2,48%) so kräftig zulegen?
In Anbetracht einer Wertvernichtung von 400 Milliarden Euro im europäischen Bankensektor nebst der den EU-Binnenmarkt bedrohenden Flüchtlingskrise und schwächeren Konjunkturdaten aus dem Euroraum wäre eigentlich ein Rückfall des Wechselkurses geboten gewesen. Hinzu kommt eine von der Europäischen Zentralbank (EZB) in den Raum gestellte neue Lockerung der Geldpolitik.

Die aufflammende Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen konnte bisher alle negativen Ereignisse für den Eurokurs ausstechen. Die Anleihekurse für den Bund Future steigen, was im Gegenzug zu sinkenden Zinsen führt. 10-jährige Bundesanleihen rentieren aktuell bei 0,33% - nach 0,57% zur Monatsmitte.
"Aus fundamentaler Sicht ist das Umfeld ziemlich gut" für deutsche Bundesanleihen, zitiert Bloomberg Vincent Chaigneau, Chef für globale Devisenstrategie bei der Société Générale. "Mit Blick auf die Portfolioinvestitionen mache es westliche Anleihen attraktiver, nun da man negative Zinsen in Japan habe."
Bundesanleihen dürften daher auch im Februar gefragt sein. Ob sie aber weiterhin in der Lage sein werden den Euro-Franken-Kurs anzuschieben, muss man mit einem großen Fragezeichen versehen. Der jüngste Rückgang des Euros von 1,1165 auf 1,1077 Franken ist ein erstes Warnsignal.