Die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena ist "ganz klar eine insolvente Zombie-Bank", sagt die Professorin Anat Admati von der Stanford University im Gespräch mit Bloomberg. "Es ist schwer Vertrauen in eine Zombie-Bank zu haben." Jemand werde für die faulen Kredit aufkommen müssen, so Admati. Die USA hätten schon eine schlechte Bankenregulierung, aber die in Europa sei "wirklich, wirklich furchtbar", meint die renommierte Ökonomin.
In Anbetracht der prekären Lage im Bankensektor kann man bei Aussagen über die Bewertung von Bankaktien des Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Vitor Constancio, nur mit dem Kopf schütteln. Europäische Banken seien von den Märkten unterbewertet, sagte Constancio am Freitag bei einer Veranstaltung der Nachrichtenagentur Reuters in New York.

Die EZB-Bankenaufsicht gibt derweil bekannt, dass die Banken im Euroraum ihre Kapitalpolster um 0,5% erhöhen müssen. Es gebe derzeit fünf Banken, die nicht ausreichend mit Kapital ausgestattet seien. Eines der Kreditinstitute habe sogar deutlich zu wenig Kapital. Die Namen der angeschlagenen Bank nennt die Behörde, die sich bei den Bankenproblemen in Italien nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, nicht.
Am Devisenmarkt hat der Euro die Probleme mit den Banken zuletzt ignoriert. Der Euro-Wechselkurs konnte in den vergangenen zehn Tagen sogar von 1,0950 Franken auf 1,1012 Franken etwas steigen.
Ob der Anstieg auf Sand gebaut ist, wird sich gleich am Montag zeigen. Dann werden die viel beachteten Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Februar veröffentlicht. Fallen sie schlechter aus, wäre das Indiz dafür, dass die Banken im Euroraum ihre Kreditvergabe drosseln und damit die konjunkturelle Erholung abwürgen.