Euro-Stützungskäufe waren im Januar tabu. Die Devisenreserven sanken um 1,66 auf 643,67 Milliarden Franken. Man muss sich aber keine Sorge machen, dass die SNB ihren Währungsbestand beginnt zu verkaufen, was den EUR/CHF-Kurs unter die Parität schleudern würde. Die leichte Abnahme rührt von einer Abschwächung des US-Dollars gegen den Franken her, was den Wert der SNB-Reserven schmälert.
Weil die SNB aus dem Markt ist, lässt sich der EUR/CHF-Kurs leichter prognostizieren. Vor allem die Charttechnik kann jetzt wieder ihre Stärken ausspielen. Sie signalisiert für die kommenden Monate einen Rückgang bis zum Unterstützungsbereich bei 1,0530-1,0550 Franken. Hintergrund ist ein Abwärtstrend, den die SNB mit massiven Interventionen im Spätsommer und Herbst kaschiert hatte.
Dieser Abwärtstrend kann sich jetzt entfalten. Bestärkt wird er darin von Bemerkungen der SNB-Direktorin Andrea Maechler. Sie fordert die heimische Wirtschaft auf, sich nicht so sehr auf den Wechselkurs zu fokussieren. Das ist ein Indiz dafür, dass die SNB bei der Entwicklung des EUR/CHF-Kurs auch künftig nicht eingreifen wird.
Die Prognose, dass der Euro auf 1,05 Franken sinken wird, lässt sich mit dem Daten- und Ereigniskalender in Einklang bringen. Ende April wird in Frankreich gewählt. Der erste Wahlgang dürfte an die Euro-Abschafferin Marine Le Pen gehen. Erst wenn sich beim zweiten Wahlgang am 7. Mai ein parteiübergreifendes Bündnis gegen Le Pen formiert und empfiehlt, deren Herausforderer zu wählen, würde der EUR/CHF-Kurs deutlich steigen.