Weil die Schlüsselunterstützung bei 1,0950 gerissen sei, dürfte der Euro auf 1,06 Franken sinken, sagen die Devisenexperten von Julius Bär. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre der Euro-Franken-Kurs so tief wie das letzte Mal vor der Frankreich-Wahl, als die Angst vor einer eurofeindlichen Präsidentin Le Pen allgegenwärtig war.
Die Experten von Julius Bär blenden jedoch aus, dass es bei 1,0800-1,0820 Franken eine weitere, wichtige Unterstützungszone für den Euro gibt. Dieses Niveau wurde seit der Aufhebung des Mindestkurses mehrmals getestet. Vor allem die Wucht der Zurückprallers im Frühjahr 2015 – damals fungierte 1,0800-1,0820 als Widerstand – zeigt, dass man dieses Niveau nicht unterschätzen darf.

Ein Euro-Franken-Kurs von 1,04 sei möglich, sagt Thomas Heller, Anlagechef bei der Schwyzer Kantonalbank, im Gespräch mit dem Börsenportal cash.ch. Er glaube, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ein Lockerungspaket schnüren wird, dass auch eine Zinssenkung beinhalte. "Die Konjunkturbelebung, die wir für das zweite Halbjahr mal erwartet hatten, wird wohl ausbleiben", so Heller.
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