Um 1,4% lag die Kerninflationsraten der Eurozone im Januar über der des Vorjahresmonats. Das ist sieben Mal so viel wie Analysten erwartet hatten. Die Europäische Zentralbank (EZB) muss jetzt auf ihren Weg zu einem symmetrischen Inflationsziel einen Zahn zuzulegen.
Bislang strebt die Euro-Notenbank eine Inflation von knapp unter 2% an. Das soll sich ändern. Künftig will die EZB auch Inflationsraten über der Zweiprozentmarke akzeptieren. Experten sprechen von einem symmetrischen Inflationsziel.
Dies würde der EZB erlauben bei einer Inflation von 2,5%, 3% oder gar 4% weiter Staatsanleihen aufzukaufen und Einlagenzinssenkungen vorzunehmen. Demgegenüber steht die Schweiz mit einer Inflationsrate um die 0%. Eine hohe Inflationsdifferenz leistet der Frankenstärke Vorschub.

Dessen ist sich auch der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) bewusst. Thomas Jordan sprach gerade im Schweizer Fernsehen über eine extrem tiefe Inflation in der Schweiz. Er klagte in diesem Zusammenhang von einem Franken, der sich in den letzten zwölf Jahren stark aufgewertet habe.
Eines ist natürlich klar: Bleiben die Schweizer Konsumentenpreise stabil, während die in der Eurozone um 2-3% steigen, ist der Euro auch in den 2020er-Jahren absolut chancenlos gegenüber dem Schweizer Franken.