Saisonale Aspekte sprechen dafür, dass sich EUR/CHF weiter in Richtung seiner nördlichen Limits entwickelt. August bis Dezember ist die Zeit des Euro. In den letzten sechs Jahren wurde er in diesem Zeitraum viermal stärker, blieb einmal stabil. Der Schweizer Franken konnte lediglich 2018 aufwerten. Damals war der Wechselkurs allerdings wegen des Hochschiessens im Frühjahr auf 1,20 verzerrt.

Das nächstgelegene nördliche Limit für den Eurokurs ist 1,0870-1,0910 Franken. Um diese hartnäckige Widerstandszone zu durchbrechen, braucht es ein dem Euro gewogenes Marktgerücht. Angesicht einer in Deutschland auf den höchsten Stand seit 28 Jahren gestiegenen Inflation (3,8%), warnt Bundesbankchef Weidmann die EZB vor einem Ausblenden der Inflationsrisiken.
Möglicherweise erntet Weidmann für diese Aussage etwas Zuspruch aus dem EZB-Direktorium. Das würde dem EUR/CHF-Kurs helfen seine herbstliche Aufwärtsbewegung fortzusetzen. Das zweite nördliche Limit bei 1,0990-1,1010 käme in Reichweite.
Die deutsche Bundestagswahl Ende September könnte dann zum Stolperstein für den Euro werden. Mit einer Regierungskonstellation aus CDU und FDP hätte der Euro noch die besten Chancen sich zum Schweizer Franken zu behaupten. Allerdings hat ein solches Bündnis keine Chance auf eine Mehrheit.
Die deutschen Mitte-Links-Parteien wollen die Konservativen nach 16 Jahren auf die Oppositionsbank schicken. Aus ihrer Sicht sind Euro-Bonds, hohen Schulden und Laissez-Faire bei der Inflation eher unproblematisch.
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