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EU und USA im Handelskonflikt: Wie Zölle den EUR/CHF-Kurs verändern

Tafel neue US-Zölle für EU und Schweiz

US-Präsident Donald Trump führt die lang erwarteten "Liberation Day"-Zolltarife ein, die die Handelsbeziehungen zwischen den USA und zahlreichen Ländern massiv verändern. Die neue Regelung sieht eine Mindestzollgebühr von 10% für alle Länder vor, mit zusätzlichen Zöllen auf rund 60 Nationen, die als die schlimmsten Übeltäter gelten. Besonders betroffen sind China (34%), die Europäische Union (20%) und Vietnam (46%). Die Schweiz belegt im Ranking der größten Übeltäter Rang 9.

Diese drastische Maßnahme hat sofortige Auswirkungen auf den internationalen Handel und den Wechselkurs zwischen dem Euro und dem Schweizer Franken (EUR/CHF).

Erste Marktreaktionen und Kursbewegungen des EUR/CHF

Der EUR/CHF-Wechselkurs stieg zunächst auf 0,9630, bevor er auf 0,9520 zurückfiel. Dies spiegelte eine typische volatile Marktreaktion wider. Als die Märkte die tieferen Auswirkungen der Zölle auf die Euroraum-Wirtschaft begriffen, kam es zu einem Rückgang des EUR/CHF-Kurses. Besonders der 20%-Zoll auf europäische Produkte lässt auf eine starke Belastung für die Exportwirtschaft schließen, was den Euro unter Druck setzt.

Die geopolitischen Dimensionen und die Reaktionen der EU

In einer Rede im Weißen Haus erklärte Präsident Trump das "Ende der Globalisierung" und betonte, dass die neuen Zölle eine klare Botschaft an US-amerikanische und ausländische Unternehmen senden würden. Der Präsident des EU-Ministerrats, António Costa, sagt, dass die Europäische Union in einer "entschlossenen, aber klugen" Weise auf die Zölle reagieren müsse. Die EU steht nun vor der schwierigen Aufgabe, ihre Wirtschaft zu schützen und gleichzeitig eine Eskalation zu vermeiden, die die Handelsbeziehungen weiter belasten würde.

Auswirkungen auf den EUR/CHF-Wechselkurs

Die Märkte beobachten gespannt, wie die EU reagieren wird. Ein kluger, gezielter Gegenschlag könnte den EUR/CHF-Kurs stabilisieren. Doch ein intensiverer Handelskrieg dürfte zu weiterem Verkaufsdruck auf den Euro führen und die Schweiz als sicheren Hafen stärken. Die Schweiz hat traditionell von globalen Unsicherheiten profitiert, was den Schweizer Franken tendenziell stärkt.

Aktuell liegt der EUR/CHF-Wechselkurs bei 0,9550. Dies deutet auf eine gewisse Stabilisierung hin, aber die Unsicherheit bleibt hoch. Sollte die EU gezielt und begrenzt auf die US-Zölle reagieren, könnte der Kurs in diesem Bereich verharren. Wenn jedoch die Spannungen weiter zunehmen, dürfte der Schweizer Franken aufwerten und der EUR/CHF-Kurs infolge unter 0,95 fallen.

Fazit: Eine Zeitenwende im internationalen Handel

Die Ankündigung von "Liberation Day"-Zöllen durch die USA ist eine deutliche Abkehr von der jahrzehntelangen globalen Handelsordnung. Die Reaktionen der EU und anderer betroffener Länder werden entscheidend dafür sein, wie sich der EUR/CHF-Wechselkurs in den kommenden Wochen entwickelt.

Man sollte auf weitere Hinweise achten, wie sich die EU gegenüber den USA verhält, da dies erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage der Eurozone und den Wert des Euro haben wird.

EUR/CHF-Entwicklung: Ausbruch und bullische Signale im April 2025

EUR/CHF bullischer Ausbruch aus engem Bärenkanal

Die jüngste Entwicklung des EUR/CHF-Kurses bietet spannende Einblicke in das Marktverhalten. Von Mitte März bis zum 27. März 2025 befand sich das Währungspaar in einem engen Bärenkanal. Doch ab dem 28. März zeigte sich ein deutlicher Ausbruch nach oben, der sich am 31. März weiter verstärkte.

Der enge Bärenkanal und der erste Ausbruch

Zwischen dem 14. und 27. März 2025 bewegte sich EUR/CHF in einem sehr kompakten Bereich. Dieses Muster, auch als enger Bärenkanal bekannt, ist häufig ein Zeichen für Unsicherheit und geringe Volatilität. Historisch gesehen scheitert der erste Versuch, aus einem solchen Kanal nach oben auszubrechen, oftmals.

Der starke Impuls am 31. März

Am 31. März 2025 markierte eine stark bullische Trendkerze einen signifikanten Impuls, der den Ausbruch untermauerte. Mit einem Anstieg auf 0,9572 zeigte der EUR/CHF, dass Käufer in diesem Moment die Kontrolle übernahmen.

Overlap in den vorangegangenen Bars

Trotz des starken bullishen Impulses vom 31. März gab es in den 5-7 Kerzen vor diesem Datum erheblichen Overlap. Dieses Overlap weist darauf hin, dass dem Aufwärtsdruck die Kraft fehlt. Auch die stark bullische Trendkerze vom 31. März überschneidet sich mit der unmittelbar vorangegangenen Kerze, was die Frage aufwirft, ob der Anstieg nachhaltig ist oder doch noch eine Fehlausführung droht.

Bullische Kontrolle oder Unsicherheit?

Die aktuelle Marktdynamik zeigt, dass Käufer zwar die Kontrolle haben und der Ausbruch nach oben intakt scheint. Entscheidend ist jedoch, ob sich der bullische Impuls fortsetzt oder ob EUR/CHF kurzfristig in den engen Bärenkanal zurückfällt.

Fazit

Der Ausbruch aus dem engen Bärenkanal und der starke Impuls am 31. März deuten auf eine mögliche Trendwende im EUR/CHF hin. Trotzdem sollte man das Overlap in den vorangegangenen Kerzen nicht außer Acht lassen, da es die Stärke des Anstiegs in Frage stellt.

Wechselkurs-Trends: Warum der EUR/CHF-Kurs volatil bleibt

Der jüngste Anstieg des EUR/CHF-Kurses zurück über die Marke von 0,95 kann als Zeichen eines Umschichtens der Investoren gedeutet werden. Traditionell gilt der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Zeiten globaler Unsicherheiten, doch in diesem Fall hat er gegenüber dem Euro an Boden verloren.

Dies deutet darauf hin, dass Anleger angesichts der Unsicherheiten im internationalen Handel optimistischer in Bezug auf den Euro sind – möglicherweise in der Erwartung, dass Trumps Zölle auf Autoimporte angepasst oder sogar zurückgenommen werden.

Die Autozölle und der Euro

Am 26. März kündigte Präsident Donald Trump einen Zoll von 25 % auf importierte Automobile und Ersatzteile an, um die heimische Produktion zu fördern. Diese Maßnahme soll zwar die inländische Industrie unterstützen, führt aber gleichzeitig zu höheren Fahrzeugpreisen in den USA und hat international für Kritik gesorgt – unter anderem von europäischen Wirtschaftsvertretern.

Während die Zölle weltweit negative Auswirkungen auf die Aktienkurse der Automobilhersteller haben, zeigt sich, dass einige Währungen, allen voran der Euro, trotz der Herausforderungen stabil bleiben oder sogar anziehen.

Fundamentale Risiken: Eurozone versus USA

Investoren wetten derzeit darauf, dass die Zölle die US-Wirtschaft genauso stark treffen könnten wie andere Länder – ein Szenario, das jedoch als unwahrscheinlich gilt. Vielmehr wird erwartet, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen in der Eurozone schwerwiegender ausfallen.

EU-Länder wie Deutschland, die stark in den Automobilsektor involviert sind, könnten länger unter den Folgen der Zölle leiden. In einem solchen Szenario wäre die derzeitige Aufwertung des Euro gegen den Franken nur von kurzer Dauer.

Ausblick: Eurozone mit Langfristschaden

Zusammenfassend zeigt sich, dass die kurzfristige Marktbewegung – der Aufschwung des EUR/CHF-Kurses – vor allem durch eine optimistische Einschätzung hinsichtlich einer möglichen Anpassung der US-Zölle getrieben ist.

Die Realität dürfte jedoch anders aussehen: Während die USA von einer gewissen wirtschaftlichen Robustheit profitieren, wird die Eurozone voraussichtlich härter getroffen, was den längerfristigen Kursverlauf des Euro negativ beeinflussen wird.